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Warum Holzlöffel?

Die “Löffel-Manufaktur” ist das Ergebnis eines Freizeitprojektes, das vor zwei Jahren seinen Anfang genommen hat. Auf der Suche nach einem kreativen und handfesten Ausgleich zum beruflichen Leben, das sich vorwiegend um die Konzeption von Softwareprodukten dreht, bin ich quasi über Holzlöffel gestolpert.

Löffel, das sind ganz alltägliche Gegenstände, die in mannigfaltiger Form vermutlich in jeder Küche vorhanden sind und potentiell täglich genutzt werden. Die überwiegende Mehrzahl dieser Alltagswerkzeuge ist natürlich aus Metall, gefolgt von Kunststoff-Varianten. Holzlöffel dagegen findet man schon deutlich seltener und wenn, dann in eher stereotypischer Form wie den klassischen Kochlöffel. Und auch die vieler Orts angeboten kleineren Fülllöffel oder Kellen sind zwar häufig sehr schön anzusehen, aber im Detail betrachtet erscheinen sie mir in vielen Fällen als zu grob, um damit effizient das tägliche Leben zu bestreiten.

Das war für mich der Auslöser, sich mit dem Schnitzen von Holzlöffeln zu beschäftigen. Löffel zu schnitzen, die sich von der Form her perfekt für bestimmte Tätigkeiten eignen und nicht hinter denen aus anderen Materialien zurückstehen. Löffel die dem Nutzer nach Möglichkeit optische und haptische Erfahrungen bieten, die über die von herkömmlichen Löffeln hinausgehen.

So habe ich begonnen mir mit einem minimalistischen Set von traditionellen Werkzeugen die unendlichen Variationsbreiten von Form, Technik und Material zu erarbeiten. Ein sich kontinuierlich  weiter entwickelnder Prozess mit vielen offenen Fragen. Und da dies ausschließlich in Handarbeit geschieht, ist es vor allem die Entdeckung der Langsamkeit. Und damit das perfekte Pendant zur schnelllebigen Softwarebranche in der ich mich sonst bewege.

Material

Das Material der Löffel kommt aus den unterschiedlichsten Quellen. Teilweise sind es Stücke die ich in Brennholzstapeln finde oder Holz, das mir von Freunden und Verwandten aus dem Urlaub oder dem Garten  mitgebracht wird. Manchmal sehe ich aber auch das in der Stadt ein Baum gefällt oder zurecht gestutzt wird, dann versuche ich einzelne Stücke vor dem Schredder zu retten.  Diese Holzstücke mag ich besonders, weil sie schon eine Geschichte mitbringen, sei es weil die Bäume an besonderen Orten gestanden haben oder weil sie Menschen im eigenen Garten vielleicht Jahrzehnte begleitet haben und persönliche Erinnerungen daran hängen.

Als Stadtmensch mit limitiertem Zugang zu Grünholz bin ich aber auch gerne im professionellen Holzhandel unterwegs und experimentiere mit unterschiedlichen Holzsorten, auf der Suche nach schönen Maserungen und geeigneten Materialeigenschaften. Diese Hölzer haben dann zwar weniger “persönliche Geschichte”, dafür dann aber eine sehr hohe Qualität und einen deutlich höheren Trocknungsgrad, was das Schnitzen von Löffeln bei mir häufig in ganz andere Designvarianten lenkt.

Obstbaumsorten wie Birne, Apfel und Kirsche sind momentan meine bevorzugten Holzarten, auch Buche, Pflaume, Walnuss und Platane lassen sich sehr gut verarbeiten.

Werkzeug
Die Löffel werden ausschließlich in Handarbeit hergestellt, Maschinen jeglicher Art fehlen. Zum Einsatz kommen japanische Sägen, Ziehmesser, herkömmliche schwedische Schnitzmesser, Schälmesser mit unterschiedlichen Radien und gelegenlich auch ein Schweifhobel. Um die Ziehmesser und den Schweifhobel vernünftig nutzen zu können, verwende ich ein improvisiertes Schnitzpferd, um die Löffelrohlinge während der Arbeit entsprechend fixieren zu können. Der überwiegende Teil des Löffelschnitzens findet jedoch “aus der Hand” statt.

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